Wo ist die Zeit schon wieder hin? Gedanken über Fremdbetreuung, Karriere, Alltag mit Kind

Leider ist nun doch schon wieder soviel Zeit vergangen, bis ich es wieder geschafft habe, hier etwas zu posten.

 

Natürlich ist viel passiert- wie bei euch sicherlich auch.

Ein Kurzumschlag: 

Wir haben wie letzten Monate alle zusammen turbulent erlebt- es wurden viele Pläne geschmiedet und viele wieder verworfen. Wir hatten das Grundstück für das Mehrgenerationenwohnen schon fast gekauft und dann kam es doch wieder anders. Wir bleiben also zunächst erst einmal hier zu dritt und halten uns frei wie die Vögel und ohne Schulden im Gepäck alle Optionen offen.

Viele Zeichen haben gegen unser Projekt gesprochen und vielleicht war es im Nachhinein betrachtet auch nicht so schlecht, denn es ist und bleibt uns extrem wichtig, unser Lebenskonzept der aktuellen jeweiligen Einstellung und Situation anzupassen. Die Erkenntnisse aus "falschen" Entscheidungen sind ungemein wichtig und wir hoffen, dass uns die nächsten Schritte weiter zum Ziel führen werden.

Was ich mir vorstelle für die nächste Zeit und was ich mir wünsche, dazu komme ich später noch.

Nun aber erst einmal in Kürze, was sich sonst noch getan hat. 

Entwicklung unserer Maus

Unsere Tochter macht wie jedes Kind in dem Alter zwischen 1-2 Jahren täglich erkennbare Fortschritte. Sie spricht fast alle Worte nach, behält sich sehr viele, formuliert 2-Wortsätze und hat ganz klare Vorstellungen, was sie wie haben möchte:-)

Wir befinden uns ganz klassisch mitten in der Trotzphase und haben regelmäßige Wutanfälle zu begleiten, gerne auch in der Öffentlichkeit. Ich bin höchstbegeistert von dem Buch zum Erfolgsblog: "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn" - es gibt meines Erachtens unglaublich wertvolle Hilfestellungen um gelassener auf Situationen zu reagieren, die mich schon häufig zur Verzweiflung führen können. Die Fallbeispiele in dem Buch kommen sicherlich jeder Mutter bekannt vor, es lenkt jedoch den Blick weg vom Betroffenen hin zum objektiven Beobachter. Es hat mir geholfen, die Bedürfnisse hinter den Wutanfällen zu erkennen und darauf einzugehen und nicht wie im ersten intuitiven Affekt mit Vorwürfen und Ermahnungen zu reagieren. Ich muss gestehen, ich verfalle trotz allem sehr häufig in alte Muster, die ich vielleicht noch aus meiner Erziehung kenne. Intuitive "Erziehung" ist eben nicht objektiv und richtig, denn es kann zu einer unreflektierten Wiederholung der uns bekannten Erziehungsmaßnahmen aus der eigenen Kindheit führen. Ein Zurücktreten und Überdenken kann daher sehr fruchtbar sein.

Kinder in diesem Alter können kognitiv noch nicht die Folgen ihres Handelns erkennen, sie können auch noch nicht verstehen, dass wir nicht aus reiner Boshaftigkeit die Dinge nicht so umsetzen, wie sie es sich gerade im Kopf ausgemalt haben. Für die kleinen Mäuse sind wir allwissend und sollten doch in der Lage sein, zu wissen, wie sie jetzt genau die Schuhe angezogen bekommen wollen etc. Was ich auf jeden Fall bestätigen kann, ist die Beobachtung, dass Kinder vor allem dann trotzig reagieren oder ungehalten sind, wenn wir sie schon häufiger im Laufe des Tages ermahnt, zurechtgewiesen, ihnen Dinge weggenommen oder vorenthalten bzw. sie nicht richtig beachtet haben. Es kommt dann scheinbar zu einem Überlaufen des Fasses und dann ist schon das Reichen des falschen Bechers ein fataler Fehler, der zu aggressivem Verhalten führen kann. Eine Sache finde ich aber bemerkenswert; Kinder können sich unglaublich beherrschen - sei es in der Kita oder bei anderen Leuten. Sie kooperieren dann aufs Höchste, nehmen sich zurück und müssen mit Verboten zurechtkommen. Was ist die Folge? Na klar- irgendwann muss sich der Stress daraus entladen und das Kind kann sozusagen die Hülle ablegen und zu Hause die ganze Palette an Emotionen auffahren. Und das ist auch richtig so! Zeigt es doch auch das Vertrauen, was sie uns gegenüber als Eltern haben, denn wir nehmen sie auch nach den schlimmsten Wutanfällen und Beißattacken in den Arm und setzen sie nicht auf die Straße. Unsere Aufgabe ist es dann zu zeigen, dass wir sie, egal was passiert, lieb haben und genauso annehmen, wie sie sind. Ich weiß, das ist nicht Immer leicht.

Windelfrei

Wir sind nun endlich und sogar schon seit dem 15. Monat windelfrei! Wir haben eine selbstbestimmte Tochter, die zu ihrem stillen Örtchen geht bzw. uns auffordert, mitzugehen und sogar nach getaner Arbeit versucht, sich selber sauber zu machen. Wie genau kam das? Nun ganz von alleine....

Wie ihr wisst, lassen wir Madame häufig ohne Backup zu Hause rumtoben und es ergab sich nun vor einiger Zeit, dass sie sich immer an einem bestimmten Platz, genau in ihrem Zelt, "erleichterte", wenn sie uns mal nicht durch Zeichen zum Abhalten aufgefordert hatte. Nachdem mir das aufgefallen war, habe ich einfach an genau diese Stelle ein Töpfchen hingestellt und das Pipi-Tipi war eröffnet. Sie ging nun immer genau dahin, wenn sie musste und tat das sogar mit einer immensen Freude. Ich hätte bis zu diesem Tag niemals gedacht, dass mein Kind einmal länger als 5 Sekunden ruhig an einem Ort sein könnte. Aber manchmal sitzt sie auch einfach so an ihrem Platz und blättert genüsslich durch die verfügbare Lektüre. Wir brauchen also ziemlich verlässlich keine Windeln mehr, auch nachts hält sie momentan bis zum Morgen durch, obwohl sie eine Windel umhat und sich natürlich auch melden könnte.

Unterwegs entscheide ich meist spontan, ob ich es ohne Windel ausprobieren möchte, das kommt auf Wetter, Dauer des Ausfluges und Zielort an. Ich möchte mich nicht unbedingt im nächsten Kindercafé unbeliebt machen, wenn es mal schief geht, auf dem Spielplatz aber ist es mir eigentlich egal und ich hab einfach Wechselsachen dabei. Natürlich hat Madame auch eine klare Meinung dazu und will meistens ohnehin keine Windel tragen...

Tragen

Wir tragen (zu meinem Glück und für die Existenzberechtigung meines riesigen Tuchstapels) noch täglich. Wir beide genießen es noch sehr und es findet sich immer noch eine Gelegenheit, sei es zum Einschlafen, Einkaufen, Beruhigen oder Kochen, es ist so etwas besonders und ich hoffe, es gibt noch viele solcher Tragemomente. Es gibt aber auch immer häufiger argen Protest, wenn ich gerade dabei bin, ein Tuch auszuwählen. Das muss ich dann natürlich akzeptieren, ein Tuch kommt aber eigentlich immer und bei jedem Ausflug mit ins Gepäck. 

Ich habe extrem viel herumexperimentiert und habe viele neue Bindeweisen ausgetestet mit verschiednen Tuchlängen und Materialmixen - ein so spannendes Thema, das ich dazu etwas extra posten möchte. Habt ihr Fragen zu Material- und Markenempfehlungen bzw. zu Bindeweisen? - dann sprecht mich doch einfach mal an:-)

Essen

So langsam habe ich das Gefühl, unsere Tochter könnte tatsächlich von der zugeführten Essensmenge satt werden und hängt nicht mehr so stark von Muttermilch ab- denn ja, wir stillen noch immer , wenn auch eigentlich nur noch nachts.

Sie probiert mittlerweile deutlich mehr aus, hat Vorlieben entwickelt aber genauso hat sie Phasen, in denen ausschließlich bestimmte Lebensmittel gegessen werden - eine Woche fast nur Nudeln und Reis, eine andere nur Käse und Buttermilch. Gemüse und Obst zum Glück auch ab und zu. Ein Problem ist die noch geringe Anzahl an Zähnen, was es immer noch erfordert, einiges an Obst und Gemüse zu pürieren, um es für sie überhaupt erst verwertbar machen zu können. Zumindest löffelt sie ihr Essen selber und kann ihren ganz eigene Essensrhythmus dadurch wahren. Wir versuchen es immer, gemeinsam die Mahlzeiten einzunehmen aber zeigt sie gerade absolut kein Interesse am Essen, wird weitergespielt oder am (oder auch auf dem) Tisch Buch angeschaut. Meistens kommt dann doch nochmal der Appetit zurück und es wird noch der eine oder andere Happen gegessen. Feste Essenszeiten empfand ich immer als sehr stressig und auch dem Essverhalten meiner Tochter nicht angepasst. Sie hat, wie ich auch, zu unterschiedlichen Zeiten Hunger oder Lust auf bestimmte Lebensmittel-darauf versuche ich einzugehen und auch einfach immer etwas dastehen zu haben. Sie darf dann autonom entscheiden, wann sie es essen möchte und ist dadurch ein wirklich guter Esser geworden. 

Betreuungsfrage

Es ist das Thema, das mir tatsächlich nachts den Schlaf raubt, da bin ich ganz ehrlich. Ich durchdenke das Thema ständig und vergleiche meine Pro- und Contraliste. Ich bin mir wirklich so unsicher. Da ich nicht in meinen alten Job zurückgehen möchte und etwas neues anfangen würde, ist die Frage, was am besten für uns alle ist. Ich denke grundsätzlich kann es sehr heilsam für unsere Familie sein, wenn diese 1:1-Betreuung nun durch eine halbtägige Tagespflegegruppe ergänzt wird und ich auch wieder die Möglichkeit habe, beruflich tätig zu sein und einfach mal wieder "rauszukommen"-ja, da bin ich ganz ehrlich. Ich war bis vor kurzem auch noch vollständig überzeugt, dass es für unsere Tochter eine echte Bereicherung sein könnte, mehr Bezugspersonen zu haben und Teil einer Gruppe zu sein. Es sollte hier auch ergänzt werden, dass ich mir sehr wohl meiner Luxussituation bewusst bin. Die meisten Eltern haben überhaupt keine Alternativen oder Wahlmöglichkeiten und müssen auch häufig unter einem Jahr wieder arbeiten gehen, um zum Familieneinkommen beizutragen. Es sähe auch in unserem Fall finanziell rosiger aus, würde ich jetzt wieder arbeiten gehen, aber - und das ist der entscheidende Punkt -  wir kommen auch ohne mein Einkommen zurecht.

Ich möchte gerne wieder etwas anderes tun, frage mich aber, wie erfüllend Tätigkeiten in Teilzeitjobs sein können

Eigentlich möchte ich wieder die interessante Vollzeitstelle annehmen, was in der Folge 45h Fremdbetreuung für meine Tochter bedeutet. Letztendlich bleiben mir auch hier nicht zu viele Wahlmöglichkeiten, da die meisten Einrichtungen ohnehin nur 45h-Verträge haben... 

Ich habe mich nun also getraut und mich nach langer Suche nach 1. einem freien Betreuungsplatz, mit dem ich mich auch 2. konzeptuell und menschlich anfreunden kann für eine Tagespflege direkt vor unserer Haustür entschieden. 

Die Eingewöhnung ist bereits die dritte Woche im Gange und ich muss sagen, dass ich selten eine emotional belastendere Erfahrung in meinem Leben machen musste. Ich gebe sie ab- sie weint, beruhigt sich wohl aber wieder schnell. Wenn ich sie abhole, schaut sie mir gar nicht in die Augen und sieht betrübt aus. Sie winkt den Erziehern nicht zum Abschied und es dauert etwa 10 min, bis sie überhaupt wieder etwas von sich gibt. Rausgehen oder auf dem Spielplatz sein will sie überhaupt nicht sondern sofort nach Hause. Dort angekommen kann ich sie nicht mal fertig ausziehen, bis die Tränen aus ihr rausbrechen. Es entfacht sich jedes mal ein richtiges Feuerwerk der Gefühle und Emotionen und sie haut um sich, verletzt mich und sich selber. Dabei kann ich sie kaum beruhigen, es ist einfach nur herzzerreißend. Ich habe das Gefühl, sie kann sich in der Einrichtung nicht so äußern, wie es eigentlich ein so kleines Kind machen sollte-das Weinen wird schon im Keim unterbunden und auch das Schlafen wird entsprechend nicht gut begleitet. Jetzt frage ich mich natürlich, was kann ich auch erwarten bei so vielen Kindern und zwei Erziehern? Entweder ich entscheide mich jetzt dafür und begleite sie bestmöglich dabei oder ich lasse es eben. So viele Optionen gibt es nun leider auch in Großstädten nicht. 

Ich werde das ganze die nächste Woche beobachten und dann eine Entscheidung fällen, denn emotional gebrochen will ich meine Tochter nicht zurückhaben. Ich kann das nicht aushalten, welche Mutter oder welcher Vater kann das schon?

 

Letztendlich ist die Frage immer die gleiche, was ist das beste für uns alle? Es ist leider genauso unnatürlich die meiste Zeit mit Kind alleine zu sein (abgesehen von einigen Aktivitäten mit andere Müttern mit Kindern). Aber die Alternative mit stundenlanger, ggf. nicht artgerechter, Fremdbetreuung ist auch keine natürliche Lösung. Die Gemeinschaften von früher mit all ihren positiven und negativen Aspekten gibt es kaum noch und das Familienleben muss sich den Bedingungen anpassen. Oder geht es auch anders? Wir alle arbeiten weniger und haben mehr Zeit zusammen, aber genauso weniger Mittel das Leben zu finanzieren. Ich bin der Meinung wir können auf vieles verzichten ja, aber wenn man nicht ganz aussteigen will oder als digitale Nomaden um die Welt reisen möchte, braucht es Geld für Miete, vernünftiges Essen, Versicherungen (sicherlich auch eine Diskussion wert), Kleider, Mobilität und Aktivitäten. 

Ich kann die Frage nach dem für uns passenden Lebenskonzept noch nicht beantworten-ich finde, Gemeinschaften haben sehr viele Vorteile aber können auch die persönliche Freiheit ungewohnt und unangenehm und vielleicht auch zu stark einschränken. Ich mag auch das Leben in unseren Breitengraden und unserem Kulturkreis- ich habe sehr viele Jahre woanders gelebt und fühl mich nunmal in Europa am wohlsten. Vielleicht müssen wir uns ja aber auch nicht final entscheiden sondern immer in der jeweiligen Situation entscheiden, was zu uns am besten passt. Jetzt ist es für uns vielleicht an der Zeit in die Landschaft und Umgebung zu ziehen, die uns wirklich gefällt und dort neu zu starten. Wenn das nicht mehr passen sollte oder wir unzufriedener werden, müssen wir wiederum ehrlich mit uns sein und die Entscheidung neu überdenken. Denn das ist für mich die Freiheit, ohne Verpflichtungen und Schulden flexibel und offen für neue Wege zu bleiben!

 

Alles Liebe für euch und ich freue mich über eure Meinungen!

 

 

 

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1 Jahr vorbei! Was hab ich gelernt und wie wird es weitergehen?

Es ist unfassbar, aber der Kalender lügt wohl nicht, genauso wenig wie die Entwicklungssprünge unserer Tochter- es ist schon über 1 Jahr her, dass wir Eltern worden und sich unser Leben so radikal und kaum in Worte fassend änderte.

Madame hat kurz vor dem ersten Geburtstag zu laufen begonnen, erfindet täglich neue Worte und imitiert das von uns Gesagte. Sie spielt, tobt, hat einen starken Willen und wird täglich autonomer. Sie kuschelt, beißt, beschäftigt sich selber, wirft sich auf den Boden und schreit und schreitet unaufhaltsam in der Entwicklung voran. Wir haben also einen ganz normalen Eltern-Alltags-Wahnsinn.

Mir schwingen noch die Worte aller anderen Eltern im Kopfe nach, die beteuerten, dass die erste Zeit so schnell vorbeigehen wird. Ich konnte mir das in den sehr anstrengenden und nie enden wollenden ersten Monaten wirklich kaum vorstellen, aber nun wird es auch langsam mir bewusst, dass die Zeit gerade relativ gesehen so wahnsinnig schnell davon rast.

 

Was hab ich gelernt in diesen ersten 12-13 Monaten? Welche neuen Seiten von mir selbst sind zum Vorschein gekommen und wie stelle ich mir die Zukunft vor?

Schwere Fragen! Die wesentlichste Erkenntnis ist wohl die, dass ich mir das Mamasein niemals hätte so anstrengend vorstellen können. Es fordert einfach alles. Es fordert soviel Geduld, Achtsamkeit und Bereitschaft, seine eigenen Bedürfnisse erst einmal ganz schön zurückzustellen. Manche Tage bestehen nur aus schreien, tragen, kochen, Abhaltestreik und ergo vollen Windeln, Boden wischen, Sachen packen, Wäschebergen, wieder kochen, essen, füttern und dem Kampf, das Kind zum schlafen zu bewegen. Manchmal empfinde ich unendliche Liebe und Überwältigung gepaart mit Überforderung, Wut und Erschöpfung. Eine weitere Erkenntnis aber ist auch diejenige, dass die Kinder für all diese Überforderungsgefühle gar nichts können. Klar projiziere ich häufig meine Wut auf ihr Verhalten, aber genauso bewusst ist mir ihre Unbedarftheit und ihre bedingungslose Liebe für uns. Es ist einfach falsch zu glauben, dass die Kinder uns mit Absicht zur Weißglut bringen. Falscher kann man wohl nicht denken. Sie wollen die Welt entdecken, kooperieren auf ganzer Linie, auch wenn es manchmal gar nicht danach aussieht. Sie wollen mithelfen und werfen dabei alles um, sie pullern auf den Boden, weil sie nicht in die Windel machen wollen. Sie weinen, weil sie Zuwendung wollen und schlafen dann, wenn SIE es wollen und müde sind. Es fällt schwer das zu akzeptieren. Unsere Tochter ist hochgradig autonom und möchte alles selbst entscheiden und machen. Käme ich ihr dabei immer in die Quere und würde sie davon abhalten mir zu "helfen" oder ihr nicht vertrauen, ihre Fähigkeiten auf dem Spielplatz zum Beispiel einschätzen zu können, würde sicherlich auch die zukünftige Selbständigkeit darunter leiden. Natürlich ist es so schwer diese Balance zwischen geschehen lassen und eingreifen zu wahren und lieber einmal länger abzuwarten und nichts zu sagen. Wir sind meiner Meinung nach häufig zu schnell mit unseren Aussagen, Maßregelungen, zu ungeduldig um Dinge geschehen zu lassen, zu sehr im Alltagsablauf gefangen, dass es kaum Raum für die so dringend benötigte Muße und Entfaltung gibt.

Ich konnte mir bevor ich Mutter wurde auch gar nicht vorstellen, dass ich soviel Wut empfinden und mich so ohnmächtig fühlen kann. Das Kind schreit und du kannst einfach nicht allem gerecht werden...leider nicht immer.

Was ist nun der aktuelle Stand beim Essen, Windelfrei, Tragen und Spielen? Wie wird es nun weitergehen?

Essen:

Das Essen ist mittlerweile etwas leichter geworden. Wir haben unseren eigenen Weg gefunden. Madame bekommt einerseits das ganz normale Familienessen (nicht zu sehr gesalzen und kindergerecht serviert) und ab und an auch Brei. Sie liebt zum Beispiel ihren morgendlichen Grießbrei, den sie mittlerweile auch selber löffelt. Ich hatte schon des öfteren das Gefühl, dass sie manchmal sogar Brei dem anderen Essen vorzieht. Sie liebt Brokkoli und Gurke aber auch Reis mit püriertem Gemüse. Manchmal isst sie mehr, an anderen Tagen fast nichts. Ich habe aufgehört, mir darüber Gedanken zu machen und vertraue auf ihre Kompetenz. Sie hat eine gute, gesunde und vielseitige Auswahl, auch wenn es häufig nur die puren Nudeln sind, die gegessen werden. Sie wird noch am Abend und nachts gestillt, in ganz seltenen Fällen auch am Tag- zum Beispiel, wenn kein anderer Beruhigungsversuch Wirkung zeigt. Dadurch sehe ich auch die Nährstoffversorgung unkritisch. Madame bekommt grundsätzlich alles angeboten (obwohl wir selber vegan leben), doch ich habe auch bei ihr eine eindeutige Präferenz der nicht tierischen Produkte feststellen können. 

Tragen:

Madame wird noch immer häufig getragen, auch wenn es von Tag zu Tag weniger wird. Sie will laufen oder sogar lieber im Buggy sitzen, so dass ich sie nur zum Schlafen oder für kurze Wege ins Tuch packe. Häufig ernte ich dafür sogar einen durchgestreckten Körper und viel Protest. Ich genieße aber auch selber mittlerweile den Komfort eines fahrbaren Begleiters, mit dem ich Spielzeug, Essen, Wasser und Einkäufe problemlos transportierten kann. Die Kombination aus allem erscheint mir aktuell die beste Lösung zu sein und ich bin ganz froh, den Buggy noch nicht verkauft zu haben. 

Im Sommer sind Shorty-Tragetücher, also sehr kurze Tücher bis etwa 3,40m eine tolle Erleichterung, vor allem aus sommertauglichen Materialien wie Hanf und Leinen. Sie sind schnell verstaut und es gibt nicht so viel Stoff zu verwickeln-mein Tuchstapel ist daher noch einmal angewachsen :-) Am liebsten binde ich derzeit die symmetrical Half Jordan Back Carry oder die Twisted Pirate Carry (siehe YouTube)- diese Bindetechniken sind ungeheuer bequem und für Babys ab Sitzalter eine tolle Alternative zum Einfachen Rucksack oder mehrlagigen Bindetechniken mit langen Tüchern (Double Hammock, Wickelkreuzrucksack...). Ich probiere gerne neue Techniken aus und bin immer wieder fasziniert, wie viele Möglichkeiten es auch mit so kurzen Tüchern gibt. 

Windelfrei-Abhalten:

Ach ja....ein schwieriges Thema. Ein frustrierendes Thema....Es klappt gerade fast gar nichts und ich hab es schon beinahe aufgeben wollen. Die Welt ist zu spannend um sich abhalten zu lassen. Lieber wird die Windel genutzt und schon der Gang zum Bad wird mit viel Geschimpfe kommentiert. Da ich das Abhalten als ein Bedürfnis des Kindes verstehe, möchte ich sie nicht dazu zwingen und versuche wenigstens das Bewusstsein für die Ausscheidungen durch häufiges Nackigsein beizubehalten. Sie erkennt sehr wohl, wenn sie muss und wenn sie sich eingenässt hat und kommt prompt angelaufen um sich mitzuteilen. Das versuche ich beizubehalten und hoffe darauf, dass mir der baldige Spracherwerb zu Gute kommt:-) Nachts ist es manchmal gut und manchmal völlig umsonst. Ich habe aber festgestellt, dass Madame in der Nacht kaum noch pieseln muss. Meistens einige Stunden nach dem Einschlafen und dann erst am frühen Morgen wieder. Das ist schonmal eine super Entwicklung. Natürlich liegt es daran, dass sie nachts nur noch selten trinken will. Noch liegt Madame zwischen uns und ich hoffe auf den richtigen Moment, das Stillen nachts auslaufen zu lassen und bin gespannt, wie das von statten gehen wird. Ich werde berichten...

Spielen:

Ich bin wirklich beeindruckt, wie schnell die kindliche Entwicklung voranschreitet. Jeden Tag eine neue Fähigkeit und jeden Tag mehr Interaktion. Unglaublich. Der Spielplatz ist zu einem täglichen Ritual geworden und auch drin reicht die Konzentrationsphase mittlerweile für das Anschauen von Büchern und für diverse motorische Spiele. Das Malen mit Wachsstiften oder Fingerfarben ist noch nicht so interessant und auch für das Vorlesen interessiert sie sich noch nicht. Sicherlich verhält sich dabei jedes Kind sehr individuell und ich biete weiterhin verschiedene Aktivitäten an. Zur Zeit ist es aber das Tollste, auf dem Spielplatz die Gegend zu erkunden und das am besten ohne Mama:-) 

Was das Klettern und die Gefahren angeht, versuche ich schon sehr spät einzugreifen. Meistens weiß Madame sehr gut Ihre Fähigkeiten und Grenzen einzuschätzen. Bei Unsicherheit ruft sie nach Hilfe und ist doch eher vorsichtig. Trotzdem traut sie sich alleine die Stufen zur Rutsche hoch und klettert diese auch gerne mal unten angekommen wieder hoch. 

Zu Hause empfinde ich es immer als schwierig, etwas zu schaffen und beispielsweise zu kochen. Zwar kann sie ganz gut alleine spielen, wenn ich auf dem Boden dabei sitze, aber sobald ich etwas kochen oder wegräumen will, hängt sie quengelnd an meinem Hosenbein. Binde ich sie ein, zum Beispiel, wenn ich ihr sage, etwas an einen bestimmten Ort zu räumen oder etwas zu holen, sieht die Situation besser aus. Es ist unverkennbar die Selbstwirksamkeit und das Mitwirken, was das Kind möchte und natürlich total verständlich. Immer kann ich dem nicht gerecht werden und manchmal fehlt mir die Energie, alles wegzuräumen, wenn ich sie mit im Teig manschen lasse oder beim Schneiden auf dem Boden alles überall verteilt wird... Ich liebäugele mit der Anschaffung eines Learning Towers, eine Art Holzturm, der an die Arbeitsfläche geschoben wird und das Kind auf gleicher Höhe das Geschehen verfolgen kann und auch ein paar Arbeiten zugeteilt bekommt. Mal sehen, ob das helfen kann...

Wie wird es nun weitergehen?

Madame ist eine sehr sensible Persönlichkeit, sie liebt es unter Kindern zu sein und unter Leuten im Allgemeinen. Sie braucht aber auch sehr häufig die Beruhigung durch uns Eltern oder will häufig hochgenommen werden. Sie erscheint mir generell noch nicht bereit für eine ganztägige Betreuung, abgesehen davon, dass ich ohnehin keinen Platz in einer KiTa zugeteilt bekommen habe. Was ist nun der richtige Weg? Selbst jetzt ist es schon sehr stressig mit einem beruflich stark eingespannten Elternteil und ohne Verwandtschaft in der Nähe. Ich habe schon jetzt häufig das Gefühl, dass die Zeit so unaufhaltsam rast und ich lieber auf vieles verzichte um mehr Zeit gemeinsam zu haben. Wie findet man den richtigen Mittelweg aus Arbeit, Familie und Einkommen und vor allem Zufriedenheit? Zur Zeit kommen wir noch mit einem Gehalt zurecht, aber ich will auf jeden Fall neben der Arbeit zu Hause etwas tun. Obwohl ich sagen muss, ich fände es leichter, das Kind abzugeben und zu arbeiten als immer alleine die Betreuung zu übernehmen- denn das ist meiner Meinung nach die anstrengendere Arbeit (und viel zu häufig unterschätzt!). Ich habe so viel Angst davor, in einem Alltag gefangen zu sein, der nur aus Stress, Terminen und KiTa-Zeiten und Maßregelungen besteht, weil es einfach zu wenig Spielraum gibt. Ich glaube, dass der Alltag eines städtischen Lebens mit Familie für mich zu wenig Gestaltungsräume bietet. Da ist das Problem der hohen Mieten, weswegen eigentlich beide arbeiten müssen. Das Problem, das Kind nicht einfach laufen lassen zu können, immer auf den Spielplatz gehen zu müssen, auf dem Kinder nur sehr beobachtet und kaum frei spielen können. Wieviel Muße bringe ich mit nach einem harten langen Arbeitstag? Ist es das richtige Konzept für uns(!) ? Was will ich eigentlich erreichen? Diese ganzen Fragen schwirren mir im Kopf und sind kaum zu beantworten. Ständig wäge ich ab zwischen Vor- und Nachteilen der Stadt und des Angestellten-Daseins. Was aber bringt es mir, ein Haus zu bauen und sich noch mehr in die Abhängigkeit manövrieren zu lassen? Ich habe ein Projekt der Selbstständigkeit im Kopf, doch brauche ich dafür Räumlichkeiten, die in der Stadt zur Miete sehr teuer sind und fast schon das ganze Projekt kippen. Ich bin wie ihr seht hin- und hergerissen. Hinzu kommt meine Angst vor dauerhafter Teilzeit und dem Glauben, dass ich da kaum das machen kann, was mir gefällt. 

Eine Überlegung ist aktuell die Umsetzung eines Mehrgenerationen-Konzepts. Wir haben schon lange nach gemeinschaftlichen Lebenskonzepten gesucht- die Idee davon, gemeinsam Dinge zu teilen und sich im Alltag gegenseitig zu unterstützen und wieder etwas weniger Einzelkämpfer sein zu müssen. Vor allem als junge Mutter fühl ich mich häufig isoliert und etwas allein gelassen. 

Wir haben jedoch auch erkannt, dass uns nunmal die Familie am nächsten ist und es selbst da schon genug Konfliktpotential geben kann. Wir überlegen daher, wieder in unsere alte Heimat (nach 10 Jahren wilden Umher-Reisens) zurückzukehren und ein gemeinschaftliches Mehrgenerationen-Haus zu bauen. Durch den Verkauf eines schon bestehenden Hauses, wäre der Rest-Kredit für 4 Parteien minimal und damit keine Behinderung für weitere Ideen der Selbstständigkeit. Es gibt hierfür natürlich Pros und Cons und jeder muss für sich entscheiden, was das richtige Lebenskonzept ist. Aber wir möchten, dass unsere Kinder die Großeltern häufiger als einmal im Vierteljahr sehen und sowohl Großeltern als auch Kinder voneinander profitieren können. Dabei hätten wir alle Pflichten aber auch Unterstützung. Das Haus sollte ökologisch und in Holzbauweise erbaut werden und Platz für einen Produktionsbereich bieten- um mit dem Projekt der Selbstständigkeit zu starten. 

Ein großes Contra ist der momentane Immobilienmark-das aktuelle Hoch wird nicht ewig bestehen und die Werte werden sinken, sowie die Zinsen steigen. Wir würden teilweise durch den Hausverkauf in der Stadt davon profitieren und gegen die ländliche Lage tauschen. Nach langem Suchen ist es uns auch tatsächlich gelungen, ein Grundstück zu finden und die Verhandlungen sind im Gange. Es befindet sich etwa eine gute halbe Stunde vom Stadtzentrum und liegt quasi in Alleinlage vor den Toren der Sächsischen Schweiz am Hang mit einer traumhaften Aussicht. Direkt angrenzend gibt es einen Wald, Gehöfte und Apfelplantagen. Es ist dörflich aber nicht dörflich im negativen Sinne- es ist ein freistehendes Grundstück und somit wirkt es nicht so einengend.  Die Grundstücksfläche beträgt etwa 2000 m2 und hinzu kommt noch eine Streuobstwiese - viel Land für viele Ideen und Möglichkeiten sowie die unglaublich gute Verbindung zur Stadt, diese Kombination scheint goldrichtig für uns.

Geht alles so seinen Gang, werden wir einen Blog zu unserem Bauprojekt starten und mit anderen unsere Planung und Erfahrungen teilen. Ich glaube, dass dieses Konzept der Mehrgenerationen wieder viel wichtiger werden wird, gerade in Zeiten hoher Geburtenraten, Überalterung und Umdenken vieler junger Leute. Letztendlich waren es doch schon immer die Familien und die Sippen, die sich unterstützt und gemeinsam gelebt haben. Ein Erfolgsrezept früherer Generationen und auch noch heute in südländischen Kulturen.

Ich bin sehr gespannt und freue mich auf die nächsten Abenteuer. 

Ich spiele trotzdem mit dem Gedanken, noch vor dem Umzug unsere Tochter zumindest halbtags in Betreuung zu geben und wieder arbeiten zu gehen - obschon es einen baldigen Ortswechsel geben wird. Mein Gefühl sagt mir, dass Madame nicht so recht zufrieden zu Hause allein mit mir ist. Sie ist so schnell gelangweilt und wie oben berichtet nicht sehr zufrieden, wenn wir zusammen sind. Es fehlt ihr die Gesellschaft und ich kann sie kaum ausreichend zum Spielen animieren oder beschäftigen. Es schwingt mir das schlechte Gewissen mit, ihr etwas vorzuenthalten, gerade, weil sie mit anderen Kindern und Leuten aufblüht. Diese 1:1-Betreuung ist und bleibt unnatürlich. Natürlich ist das Zusammensein in einer Gruppe und die kann ich gerade nicht bieten. Das tut mir in der Seele weh und ich denke, die Betreuung ist ein Ersatz dafür, auch wenn es gleichermaßen unnatürlich ist. Mal schauen, wie schnell ich in unserer Metropole einen Platz bei einer Tagesmutter ergattern kann- leicht wird es wohl nicht werden. Zumindest hat die Anmeldung bei 10 KiTas für dieses Jahr nicht zum Erfolg geführt ...ich bin gespannt!

 

Bis dahin alles Liebe und bis bald!

 

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Selbstbestimmte Geburt - Nachdenken über unsere Erlebnisse- (k)ein Geburtsbericht und wie man es besser machen sollte

Wie bin ich wieder zu diesem Thema gekommen nach so langer Zeit? Zum einen glaube ich, es braucht etwas Zeit, das ganze Geburtsgeschehen zu verarbeiten, zum anderen bin ich vor kurzem auf den Dokumentarfilm - "The Business of Being born" - gestoßen und ich wurde unweigerlich an meine eigenen Erfahrungen erinnert. Der Film schildert die bedenkliche Entwicklung der Geburtsindustrie und zeigt die Folgen einer zunehmend unnatürlichen Geburt für Mutter und Kind auf, bestimmt durch die Ökonomisierung des Gesundheitswesen und dem Wunsch der Mütter nach einer schmerzfreier und risikoarmer Geburt (auch wenn die medizinischen Eingriffe ganz und gar nicht risikoärmer sind). Jede dritte Geburt in den USA erfolgt mit Hilfe eines Kaiserschnittes und nur 8% der Geburten werden von Hebammen begleitet. Auch in Deutschland ist die Zahl der Beleghebammen abnehmend, bedingt durch die steigenden Kosten für Versicherungen und das Risiko verklagt zu werden. Ich habe mich unweigerlich fragen müssen, warum ich dem Thema im Vorfeld so wenig Beachtung geschenkt hatte. 

Unsere Geburt verlief im Nachhinein betrachtet nicht sehr optimal, in dem eigentlichen Moment allerdings konnte ich die Situation nur schlecht einschätzen- ich war unerfahren, ängstlich und glaubte, es ist richtig die Verantwortung komplett abzugeben. Im Ergebnis frage ich mich jetzt, wieviel ich bei vollem Verstand anders entschieden hätte. Ich wollte keine Medikamente, PDA oder Saugglocke und am Ende war es eine Cascade an unnatürlichen Eingriffen in einen an sich natürlichen Vorgang. 

Meine Geburtsgeschichte begann 7 Tage nach errechnetem Entbindungstermin- nach Überschreiten des ET wurde mir nahe gelegt alle 2 Tage zur CTG-Kontrolle zu gehen und am 7. Tag nach ET sollte mit Medikamenten die Geburt eingeleitet werden, ein standardmäßiges Prozedere. Für mich war die Sache eigentlich gar nicht so klar und ich entschied mich, nach eindringlicher Belehrung trotzdem dafür, noch bis zum maximal möglichen 10. Tag zu warten. Am 9. Tag nach ET befand ich mich also wieder im CTG-Raum und bei anschließender Untersuchung kam es wohl zu einem Blasenriss - zumindest zum Austritt von Flüssigkeit. Da es ohnehin 10 Tage nach ET zur Einleitung im Krankenhaus gekommen wäre, wurde somit schon 12h vorher eingeleitet um die angebliche Infektionsgefahr zu minimieren. Es dauerte weitere 3 Tage bis es am 4. Tag nach erster Einnahme von Medikamenten zur Öffnung des Muttermundes kam. 3 Tage also voller sinnloser Schmerzen und Wehen, 1 Nacht voller unerträglicher Wehen. Hätte sie sich vielleicht von ganz alleine am 4. Tag ohne vorherige Medikamente auf den Weg gemacht? Haben die Medikamente meine Schmerzen derart verschlimmert, dass ich einfach eine PDA nehmen musste um nach 4 zerstörten Nächten wenigstens ein wenig schlafen zu können? Ich weiß es nicht. Ich weiß aber sehr wohl, dass ich mich gestresst gefühlt habe und ein gewisser Druck von außen bestand, dass der Geburstverlauf voran geht und im Zweifelsfall auch mit mehr Medikamenten nachgeholfen werden muss. Meine Entzündungswerte waren bis zuletzt super und der Blasenriss war wahrscheinlich eine Fehleinschätzung. Klar lag diese Entscheidung am Ende bei uns und wir mussten der ganzen Prozedur zustimmen, aber wie viel Vertrauen schenkt man sich selber als unerfahrene Person in so einer Situation? Ich wollte und konnte das Risiko nicht aufnehmen, mich dem ganzen zu widersetzen. Wie bei einem Dominoeffekt führte ein Eingriff zum nächsten und zum nächsten und so weiter. Die PDA bewirkte, dass die Wehentätigkeit nicht ausreichte um den Geburtsprozess voranzutreiben, die vorherige sinnlose Arbeit der Gebärmutter führte zu einem völligen Erschlaffen der selben und zum Einstellen sämtlicher Kontraktionstätigkeit. Es musste kristellert (von oben auf den Bauch gedrückt) werden und die Saugglocke wurde angesetzt. 

Es war nervenaufreibend aber trotz allem Übel waren wir glückerweise bis zuletzt optimistisch und sogar einigermaßen entspannt. Glücklicherweise zeigte auch das CTG die Kampfbereitschaft unserer Tochter und das kräftige Unterstützen bei wirklich jeder Wehe. Nichtsdestotrotz war es alles andere als eine Traumgeburt- es war kaum mehr natürlich. Gerne würde ich wissen wollen, wie schlimm sich so eine anstrengende und gelenkte Geburt für unsere kleine Maus angefühlt haben muss. Hatte sie deswegen soviel zu verarbeiten in den ersten Monaten? Was würde ich jetzt anders machen? Mir und uns mehr vertrauen wahrscheinlich. Medizinische Eingriffe im Kontext sehen und einschätzen. Ich würde mir trauen, mich medizinischen Empfehlungen zu widersetzen und mir den Druck nicht zu Herzen zu nehmen. Wie soll sich auch der Muttermund durch Entspannung öffnen können, wenn alle um einen herum mit der Stechuhr darauf warten?

Klar ist mir bei der nächsten Geburt eine Hausgeburt die liebste Vorstellung. Andererseits weiß ich nicht, ob ich den Mut dazu habe. Bewiesen ist mittlerweile wissenschaftlich, wie wichtig die Geburt und das Erlebnis für unsere weiteren Lebensentscheidungen ist. Wie die Bindung zu unseren Müttern ist, wie das Stillen gelingt, wie wir mit Stress umgehen und wie konsequent wir unsere Ziele verfolgen. Ich muss dazu sagen, dass mich die plötzliche Verwandlung zur Mama schon sehr überforderte in dem Moment direkt nach Entbindung. Es gab soviel Unsicherheit beim Umgang mit etwas so Kleinem und Zerbrechlichem. Wie die meisten hatte ich keinerlei Erfahrungen im Umgang mit Babys und schon das Anziehen war eine Herausforderung. Ich war daher sehr froh, wenn ab und an eine Schwester kam und unsere Tochter für Folgeuntersuchungen mitnahm (aufgrund der langen Zeit zwischen Blasenriss und Entbindung). Ich war froh, wenn sie das Anziehen übernahmen, das Hochheben, das Pucken etc. Ich war einfach überfordert und körperlich geschafft. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen, dass ich nunmehr völlig andere Nächte haben würde, nicht mehr einfach allein auf Toilette gehen kann und irgendwie immer ein schlechtes Gewissen haben würde. 

Ich würde einiges anders machen. Das Kind direkt in ein elastisches Tragetuch an mich oder den Papa dran binden. Unnötige Untersuchungen vermeiden und dem Kind noch mehr Stress ersparen. Warum hab ich das alles nicht gewusst? Warum habe ich es nicht besser gemacht? Keine Ahnung. Ich kann nur daraus lernen und es beim nächsten Mal anders machen. 

Meines Erachtens sollte das Thema jedoch deutlich mehr im Fokus stehen während der Betreuung in der Schwangerschaft und die Schwangeren bestärkt werden, etwas mehr auf ihre eigene Entscheidungsfähigkeit zu vertrauen.

 

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Geduldstraining 9. Monat

Zur Zeit ist wirklich der Wurm drin und ich komme zu gar nichts mehr ....deswegen der später Eintrag.

Der 9. Monat hat es in sich, Madame geht es richtig schlecht, es ist so herzzerreißend, das teilweise hilflos miterleben zu müssen. Es sind sicher die Zähne aber auch noch vieles mehr. Die Trennungsängste sind so stark, dass nicht mal mehr der Papa einspringen kann. In diesen Lebensmonaten lernen die Babys die unterschiedlichen Emotionen und Verhaltensweisen wahrzunehmen und zu verstehen und sind wohl ganz schön überfordert von den Bauarbeiten im Gehirn. Ich kann mir die Gründe immer wieder bewusst machen, es ändert aber nichts daran, dass ich noch niemals im Leben so sehr mit meiner Selbstbeherrschung kämpfen musste. Ich empfinde es als äußerst schwierig, das ununterbrochene Weinen und Schreien nicht persönlich zu nehmen und es gibt leider Momente, in denen ich einfach keine Kraft mehr habe, darauf zu reagieren. Manchmal brauch ich die extra Minuten um endlich einmal das Essen fertig machen zu können oder oder oder. Ganz klar ist, dass das Tragetuch ungemein hilft und ich es direkt früh nach dem Aufstehen auspacke und Madame beim Zubereiten ihres und meines Frühstücks in die Hüftschlinge binde. Dann gehen wir am Mittag im ER-Tuch unsere Standard-Gassirunde um Erledigungen zu machen und je nachdem wie gut oder schlecht der Nachmittag ist, noch einmal raus bevor es ans abendliche Kochen geht. Trotzdem kann ich einfach nicht rund um die Uhr tragen und mir dann zumeist auch noch das Gebrüll anhören, wenn ich sie einbinden will.

Heute hatte ich einen ziemlichen Tiefpunkt und mein Körper konnte einfach nicht mehr aufstehen, als ich dabei war, den Boden nach dem Essen - aka Essen-auf-den-Boden-Werfen-Beschäftigung- zu reinigen und mir es sprudelten in einem ziemlichen Gefühlsfeuerwerk die Tränen heraus und mein ganzer Stress entlud sich in einer Heulattacke. Ich hatte das Gefühl, nichts in der Welt könnte mich wieder dazu bewegen aufzustehen, es ging einfach nicht mehr. Ich wollte mich am liebsten hinwerfen, zusammenrollen und einfach nur heulend einschlafen. Madame fing nach kurzer Verwirrungspause noch stärker an zu weinen und verzweifelt zu schluchzen. Es war so schlimm und nicht zu ertragen dass minimale Kraft zurück in meinen Körper kam, gerade genug um sie aus dem Hochstuhl zu nehmen und fest an mich zu drücken. Da saßen wir also inmitten der heruntergeworfenen Essensstücke und schluchzten im Gleichklang. Solche Emotionen habe ich bisher noch nie erlebt und ich glaube auch nicht, dass es ohne Kind ähnliche Gefühle -sowohl der tiefen Erschöpfung, Überforderung und irgendwie auch Wut, als auch der absoluten Liebe und Betroffenheit- geben kann. Ich konnte in diesem Moment erkennen, dass sie mich versteht und dass sie sehr genau wahrnimmt, wie es mir geht. Das verunsicherte sie natürlich, besänftigte sie allerdings auch etwas. Ich hatte sogar das Gefühl, dass sie mich durch Lächeln wieder aufmuntern wollte.

Dieser Moment hat mir bewusst gemacht, dass ich an der Belastungsgrenze bin und schleunigst für Ruhephasen sorgen muss um nicht Ärger und Frust am Baby auszulassen. Erschwerend kommen zur Zeit die Beißereien beim Stillen dazu, die ich schon mit sämtlichen Tricks zu unterbinden versuche. Da Stillen leider immer noch meine Einschlafvariante ist, kommt es dabei zu Konflikten. Einerseits muss ich zum Einschlafen stillen, andererseits kann ich es ab und an nicht, weil die Zähne ausgefahren werden und ich danach höllische Angst vor dem erneuten Anlegen habe. Einige Male endete das Ganze damit, dass Madame beim Ablegen weinte und dann ihren Kopf auf meinem Bauch ablegte und dort dann auch einschlief. Tagsüber ist es dann häufig so, dass ich das Schlafenlegen unterbreche, sie noch mal etwas bespaße und es etwa 30 min später erneut versuche. Dann klappt es meistens.

Mal schauen, ob es bald besser werden wird... ich hoffe inständig, dass dem so ist...

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Alles durcheinander....

Mich hat die vergangenen Tage so einiges beschäftigt. Viele Reaktionen meiner Umwelt haben mich über unsere hiesigen Glaubenssätze nachdenken lassen und wie wir alle miteinander umgehen.

Ich bin in vielerlei Hinsicht ein Exot und auch wenn mir das eigentlich ganz gleich ist, fehlt es mir, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Gerade in Deutschland scheint es sehr schwer zu sein, alternative Meinungen zu vertreten und dafür nicht sofort ein Sturm aus vorwurfsvollen Kommentaren zu ernten. "Teile und herrsche"-das ist wirklich das Credo unserer deutschen Gesellschaft. Wir neigen dazu, Leute so schnell einzuordnen um uns im Folgenden nicht mehr mit der Argumentation auseinandersetzen zu müssen. Es scheint mir, dass es als persönliche Verletzung aufgefasst wird, wenn Dinge anders gemacht werden ohne das selbst implizieren zu wollen. Das geht mittlerweile so weit, dass ich mir wirklich nicht traue, Frida im Park oder in öffentlichen Cafés abzuhalten bzw. wenn einige andere Mamas dabe sind, weil ich mir nicht wieder Bemerkungen zu meiner "frühen Sauberkeitserziehung" (also ich nenne das natürlich keineswegs so, aber es wird gerne als solche betrachtet) anhören möchte. Vielleicht liegt es auch etwas an der verbissenen deutschen Mentalität, dass wir uns verschließen gegenüber alternativen Denkweisen. Manchmal wünschte ich mir einfach mehr Möglichkeiten, sich unvoreingenommen und ohne Kategorisierung über verschiedenste Themen unterhalten zu können. Hinterfragt man nämlich Glaubenssätze in einem Bereich, wird man sehr schnell fündig in anderen und erkennt in allen Lebenslagen, wie wir in bestimmte Richtungen gelenkt werden können. Ein gewisses Maß an kritischer Haltung und Skepsis ist daher doch wohl angebracht und aber auch zumindest an Bereitschaft für neue Denkmuster oder -weisen. Im Umgang mit Kindern zum Beispiel verfallen wir so schnell in altbekannte Muster der Interaktion, entsprechend unserer eigenen Prägung. Ohne es zu merken, kommunizieren wir mit Kindern würdelos und verletzend oder sind unfähig wirklich zuzuhören. Wir kommandieren, machen ständig Vorschläge, loben oder bestrafen, drohen, belehren, kritisieren, lenken ab oder unterhalten uns gar nicht.. etc. Und es ist einfach so so schwierig wirklich zuzuhören und ein bereicherndes Gespräch zu führen- mit Kindern als auch mit Erwachsenen. Wie häufig rutschen mir bereits jetzt Sätze heraus die eine -"wenn....dann" -Drohung beinhalten oder etwas mit "toll oder super" bewerten. Die Kinder sind dabei unsere besten Lehrer und in solchen Momenten bekomme ich schon in dem jungen Alter ein verstörtes Feedback, denn was soll ein Kind damit anfangen? Es will kein Lob, da es eine eigene intrinsische Motivation hat, es will gesehen und respektiert werden. Mindestens genauso schwer stelle ich es mir vor, später einmal die Balance zwischen meinen Bedürfnissen und denen des Kindes zu finden, als auch zwischen Grenzen und Struktur aber gleichzeitig Gestaltungsfreiraum. Dazu kommt ja noch der Einfluss von außen und das Verhalten in der Öffentlichkeit bzw. die Beugsamkeit. Was wird von mir von außen im Umgang mit meinem Kinder erwartet? Wieviel kann ich anders machen oder mein Kind zum Außenseiter zu machen? Eigentlich soll es doch ein selbstsicherer Mensch BLEIBEN, der weiterhin kompetent aufwachsen darf. 

Eine Herausforderung aber auch sind Chance, sein eigenes Leben wieder deutlich häufiger zu hinterfragen. 

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Warum fällt es mir manchmal so schwer, Kooperation zu erkennen?

Was ist denn nur los bei uns zur Zeit-irgendwie kommt es mir stressiger vor als sonst. Madame lässt sich zur Zeit nicht gern einbinden, zappelt stark und der Einfache Rucksack lässt sich nicht gut beuteln. Unten alleine spielen will sie auch nicht und so häufig schlafen ist leider auch keine Option mehr...Das Einzige was meistens gut funktioniert ist das gemeinsame auf dem Boden-Sitzen, so dass jeder von uns beiden beschäftigt ist und sie nicht direkt von meiner Person unterhalten wird. Warum aber stört mich das alles so, warum gelingt mir es so selten, ihre Kooperation zu erkennen? An einem dieser Tage lag ich auf dem Boden und hab sie beim Entdecken und Rumturnen beobachtet. Kurz zuvor wurde sie von mir vom Bad in Wickelzimmer, von dort in die Küche, von der Küche wieder ins Bad getragen und dann endlich im Wohnzimmer auf der Spieldecke abgesetzt. Ich würde sie natürlich auch gerne alleine spielen lassen, aber sobald ich weg bin, gibt es Geschrei- was ich in ihrem Alter noch komplett verstehen kann. Sie muss also immer mitgenommen werden. Ich hab mich also in diesem Moment neben sie gelegt und mir einfach mal versucht vorzustellen, wie es sich aus ihrer Sicht anfühlen muss. Auch wenn ich ihr meistens verbal ankündige, dass ich sie jetzt hochnehme und ins Bad tragen werde bzw. ich sie animiere, mir hinterher zu krabbeln, hat sie vielleicht gerade gar keine Lust dazu. Sie ist vertieft in ihr Spiel und will in dem Moment nur, dass eine ihr bekannte Person dabei sitzt und im Zweifelsfall verfügbar für sie ist. Wenn ich nun aber ab und an auch Dinge erledigen muss, der Haushalt macht sich eben gerade nicht von allein, bleibt mir nichts anderes übrig, als sie auf dieser Umgebung herauszunehmen - gerne auch mit ihrem Spielzeug. Ein Zeichen ihrer Kooperation ist dabei doch eindeutig, dass sie das einige Male mit sich machen lässt und es kaum Widerstand gibt. Es ist auf der anderen Seite aus ihrer Sicht auch vollkommen logisch, dass sie genau das machen und analysieren möchte, was wir gerade in der Hand haben bzw. dabei sind zu tun. Sie kann nicht selber entscheiden, wo sie wann hingeht und wann sie zum Schlafen gebracht wird oder wann sie zum nächsten Termin getragen wird. Der Fakt, dass mich die Momente so anstrengen, in denen es nicht ohne Widerwillen funktioniert ist ja wiederum nur ein Zeichen dafür, dass es in all den anderen Momenten gut geht. Ich aber konzentriere mich in meiner Erinnerung nur auf die Momente, in denen ich ein meckerndes Kind hab und nicht weiß, wie ich es zufrieden stellen soll. Häufig denke ich mir, was ich denn noch tun soll und dass ich doch gefühlt schon alles tue, um ihren Bedürfnissen entgegen zu kommen. Aber auch wenn das Tragen deutlich mehr zur Zufriedenheit beiträgt als Auto fahren oder gar Kinderwagen, heißt das trotzdem nicht, dass sie gerade jetzt lieber spielen wollte und eben nicht im Tragetuch sitzen will. Genauso gibt es viele Momente, in denen sie nicht abgehalten werden will sondern angezogen bleiben möchte, auch wenn sie normalerweise sich auch nicht in die Windel erleichtern will. Aus meiner Sicht handle ich als bedürfnisorientiert, aber sehe das Ganze in solchen Momenten nicht im Kontext. Außerdem ist es wichtig, mich dann zu fragen, welche Erwartungen ich selber an das Kind habe und ob ich nur deswegen so verzweifelt reagiere, weil ich mir ein anderes Bild ausgemalt habe. Wenn ich mir die Situation mit einem Erwachsenen vorstelle, würde mir die andere Person einfach verbal mitteilen können, dass sie jetzt lieber in Ruhe das Buch zu Ende lesen möchte und mich nicht nach draußen begleiten will. Das Kind kann genau ihren Wunsch, etwas anderes tun zu wollen nur mit Widerwillen oder Schreien zum Ausdruck bringen. Was also tun? Ich habe für mich entschieden, abzuwägen und eine Balance zu finden zwischen Notwendigkeit, jetzt meine Entscheidung umzusetzen und der Rücksichtnahme auf ihre Bedürfnisse. In manchen Situationen ist es leider nicht vermeidbar und sie muss gewickelt oder zum nächsten Termin getragen werden. In anderen Fällen muss ich eben nicht unbedingt pünktlich erscheinen oder das neue Tragetuch ausprobieren bzw. lass einfach alle Arbeit liegen und sitze mit ihr gemeinsam auf der Spieldecke. Auch wenn sich das Geschimpfe nicht verhindern lässt, kann ich es aber trotzdem wesentlich entspannter ertragen, denn ich bin mir ihrer Unlust in dem Moment bewusst, habe es aber unter Abwägung unser beider Bedürfnisse entschieden und kann diesen Entschluss klar und selbstbewusst umsetzen. Letztendlich ist es meiner Ansicht nach wichtig, dass wir immer noch die Eltern sind und es auch klare Neins und Grenzen gibt-auch schon in diesem Alter. Wir haben die Verantwortung, Dinge zu entscheiden, bei denen es schlicht keine Alternativen gibt (z.B. Ampel oder Sicherheit) oder die uns persönlich einfach sehr wichtig sind. Andererseits gibt es diese Situationen, in denen ich die tatsächliche Notwendigkeit überdenken muss und auch gerne mal meine fertigen Erwartungen zurückstellen kann. Ironischerweise nimmt diese Herangehensweise Druck aus meinem Handeln bzw. bestärkt mich in meinen Entscheidungen, weswegen die Kooperation ganz wie durch Zauberhand wieder ansteigt. Im Endeffekt ist einfach wichtig, die Bedürfnisse aller Familienmitglieder auszubalancieren, sonst steigt die Unzufriedenheit sehr schnell an.

 

In diesem Sinne euch allen einen schönen Abend.

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Dreimal täglich wischen...warum überhaupt "Breifrei" und wie wir begonnen haben!

Vor Geburt hatte ich mich eigentlich gar nicht mit dem Thema Beikost beschäftigt. Ich wusste, irgendwann (wahrscheinlich mit den Zähnen - dachte ich) wird begonnen, dem Kind Essen anzubieten und grundsätzlich darauf geachtet, dass es nicht so stark gewürzt und natürlich ungesüßt ist. Mehr war mir zu dem Zeitpunkt nicht bekannt und ich hatte - und habe auch immer noch - keinen fixen Termin in Planung, zu dem ich einmal abstillen würde. 

Mit der Zeit sah ich dann die Beikosteinführung bei anderen Mamis voranschreiten und schaute mir Broschüren zu dem Thema an, die ganz klar relativ starre Fahrpläne zum Thema Beikosteinführung vorgaben. Diese Vorgaben empfehlen den Beikoststart zwischen Monat 5 und 7 und beginnen zunächst mit einer mittäglichen Gemüsemahlzeit, bei welcher zunächst nur eine Gemüsesorte (Karotte oder Pastinake) eingeführt und dann in den Folgewochen mit Kartoffeln und Fleisch angereichert wird. Die bis dahin noch empfohlene vor- und nachmittägliche Milchmahlzeit sollte dann bis zum 9. Lebensmonat durch eine kleine Früchte- oder Knabber-Zwischenmahlzeit am Morgen bzw. einen Früchte-Getreidebrei am Nachmittag, ersetzt werden. Es werden für diese Mahlzeiten auch ungefähre Richtmengen angegeben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mir das alles etwas zu starr vorkam und zu wenig auf die Individualität des Essers Rücksicht nahm. Ich wollte nicht gleich zu Beginn der Beikosteinführung Stillmahlzeiten ersetzen (auch wenn ich ohnehin keinen Stillrhythmus hatte und habe) und dann darauf angewiesen sein, dass das Kind seine Menge Brei verdrückt um einigermaßen zu schlafen, Pre-Milch wollte ich eigentlich auch, wenn möglich, vermeiden. Bevor ich selber ein Kind hatte, war mir diese starre Beikostempfehlung gar nicht bewusst, ich wusste zumindest von meiner lieben Mama, dass ich bis zum 9. Lebensmonat gestillt wurde und vorher auch überhaupt nichts anderes akzeptierte. Ab dann aß ich einfach vom Familientisch mit bzw. wurde ich mit zerdrücktem Gemüse etc. gefüttert. 

Ich begann also nach Alternativen zu suchen und würde fündig - es tauchte immer wieder das Stichwort der "Breifrei-Beikost" auf. Was genau aber ist das überhaupt?

Glaubt man den Anhängern des BLW-Baby-Led Weaning (dt.:Kind-geleitetes Abstillen), bringt ein Kind die Werkzeuge zum Selberessen bei eintretender Beikostreife mit; Es kann greifen, zum Mund führen und auch ohne Zähne weiche Nahrung verwerten. Es bekommt die Möglichkeit, Nahrung selber und im eigenen Tempo zu erfühlen und zu verköstigen. Es besteht nach deren Meinung weniger Zwang, da die Beikost zu Beginn eher einer Entdeckerreise gleicht und der sanften Einführung in die Welt der festen Nahrung dient. Parallel dazu wird in der Konsequenz weiter nach Bedarf gestillt oder Pre-Milch gereicht. Dadurch ist das Baby auch mit den  homöopathischen Mengen zu Beginn der Beikost weiterhin optimal mit den nötigen Nährstoffen versorgt und kann sich weiter normal entwickeln. 

All das klang sehr spannend und ich wollte es zumindest probieren, meine Erfahrungen und Gefühl würden dann entscheiden, ob das Ganze auch im Alltag funktionieren kann. 

Seit Januar, also dem 6. Lebensmonat etwa, sind wir aktive BLW-ler und bisher hab ich es noch nicht bereut.

Ich reiche etwa 3x täglich zu den gemeinsamen Mahlzeiten (die auch immer zu unterschiedlichen Zeiten und auch mal zu später Stund stattfinden können) eine Baby-gerechte Alternative. Begonnen habe ich mit gedünstetem Brokkoli und Blumenkohl, gekochten Kartoffeln und Süßkartoffeln sowie gedünstetem Gemüse. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, dass es immer ein Chaos geben wird und das Essen zu Beginn überall außer im Mund landen würde. Umso mehr überraschte mich die Tatsache, dass Madame recht schnell zu begreifen schien, dass es einen Unterschied zwischen Essen und Spielzeug gibt und sie auch immer mehr davon (auch wenn es sehr von der Tagesform abhängt) in den Mund steckte. Ich erweiterte etwas das Angebot und bot auch immer mehr Getreideprodukte an, der Renner waren und sind darunter immer noch Nudeln, Pancakes, Gemüsekuchen und Flapjack-Kekse (siehe Literaturtipps für Rezeptbücher). Da wir unser Mehl frisch und selber mahlen, kann ich immer top frische Produkte anbieten und auch Urkörner verwenden, wie z.B. Khorasan Weizen oder Emmer. Am Windelinhalt (oder Abhalteresultat) konnte ich erkennen, dass auch tatsächlich immer mehr im kleinen Babykörper ankam und vertraute einfach darauf, dass es der richtige Weg ist. Es gab in der Zeit nur eine unangenehme Situation, bei der sich Madame schwer verschluckte, sie aber direkt beim auf-den-Bauch Drehen das hängengebliebene Stück ausspucken konnte. Der Fehler in dem Fall lag aber eindeutig bei mir- ich hatte die rote Beete nicht weich genug gekocht und so konnte sie das abgelöste Stück schwer im Mund verwerten. 

Meine bisherigen Erfahrungen sind recht positiv und empfinde die Beikost nicht als Zwang. Im Besonderen für diese Methode spricht meiner Meinung nach, dass Madame unglaublich viel Spaß am Entdecken hat und Nahrungsaufnahme von Anfang an selber kompetent gestalten kann. Sie ist selbstwirksam und entscheidet, wieviel sie wovon essen möchte. Sie trinkt immer besser aus ganz normalen Gläsern (natürlich halten wir die Becher noch fest) und versteht schon sehr genau, was damit zu tun ist. Außerdem mag ich sehr, dass wir alle gemeinsam als Familie essen können, auch wenn der Papa erst später als 18 Uhr da ist und damit auch erst später gegessen wird. 

Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass es viel viel langsamer ist als die übliche Beikosteinführung. Man sollte also schonmal seine Erwartungen ablegen. Auch die Sauerei ist nicht weg zu reden und ein guter Vorrat an Lätzchen und eine Tischmatte sind wirklich unbedingt nötig. Es ist aber, finde ich, wie mit allen Dingen im Leben, es braucht Gewohnheit und dann ist auch das ein normaler Teil des chaotischen Alltags. Ich stille aktuell noch relativ viel, habe aber das Gefühl, dass es weniger wird und auch die Nächte etwas besser werden. Natürlich sind das alles nur meine persönlichen Erfahrungen und es gibt Babys, die brauchen schneller mehr Nahrung und akzeptieren auch dann die Brust nicht mehr als Nahrungsquelle bzw. denen reicht auch die Pre-Nahrung nicht mehr aus. Es spricht auch überhaupt nichts gegen Breikost, selbst ich habe ab und an Suppe gefüttert, wenn das unser Abendessen war und fand auch, dass Madame diese gut angenommen hatte. Meiner Meinung nach gehört zur entspannten Beikost nämlich auch dazu, nichts militant zu betreiben und wenn das Kind interessiert zum Brei der anderen schaut, soll sie auch soviel, wie sie möchte davon probieren. Wichtig ist mir aber immer, dass es ohne Zwang geschieht, denn ich möchte, dass sie von Beginn an etwas Schönes mit der Nahrungsaufnahme verbindet.

 

Das dazu, mal sehen, wie es weitergeht, ich bin auf jeden Fall gespannt.

Gute Nacht :-)

 

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Toller Tipp für Breifrei unterwegs !

Es war wieder einmal so praktisch erstens ein Tragetuch dabei zu haben und zweitens das Internet um Rat zu fragen:-)

Unterwegs ist es häufig schwierig mit Baby entspannt zu essen, auch wenn das Baby schon selbständig sitzen kann, vor allem, wenn es keinen Hochstuhl gibt. 

Vergangene Woche waren wir mal wieder unterwegs und es stellte sich die Frage, wie nun gemeinsam gegessen werden kann und das Kind trotzdem nicht auf das Breifrei-Erlebnis verzichten muss. Nach kurzer Internet-Suche, bin ich auf diese tolle Anleitung gestoßen (sonst einfach auf das Bild klicken):

 

http://leelaminzz.blogspot.de/2012/11/tragetuch-stuhl-kinderstuhl-ersatz.html

 

So kann das Kind ganz einfach mit mittellangem Tuch an so ziemlich jedem Stuhl gesichert werden. Ich werde wohl noch etwas üben müssen, denn die Kissen dazwischen klemmen und trotzdem nicht zu viel Spiel zulassen, ist nicht einfach, vor allem mit einem Zappelkind. So spart ihr euch die käuflichen Alternativen:-)

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Unser Windelfrei-Alltag

Unsere Windelfrei-Abenteuerreise haben wir erst im 4. Monat begonnen. Auslöser war damals die unerklärlichen Zappelaktionen meiner Tochter in der Trage und nachts , weswegen ich begann, mich intensiver mit möglichen Ursachen dafür zu beschäftigen. Bei dem Fokus auf alle Bedürfnisse unserer Babys, vergessen wir wohl scheinbar das offensichtlichste-Babys wollen genauso wenig wie wir Erwachsene ihr "Nest" beschmutzen und ihr Geschäft in die Hose entrichten müssen. Dank Pampers und Co. können sich die Babys aber sehr wohl daran gewöhnen und verlieren nach einiger Zeit ein wenig ihr Körpergefühl- sie können es einfach weniger gut steuern. Wir hatten zu Beginn der Wickelzeit aufgrund der zierlichen Statur unserer Tochter auf Wegwerfwindeln (WWW) zurückgegriffen, die Stoffwindeln passten einfach sehr schlecht.

Als wir dann endlich unsere Stoffwindeln ausprobieren konnten, begann eben diese, für uns damals unerklärliche Phase, des sich Wehrens in der Trage und der sehr unruhigen Nachtphasen. Das sind natürlich nur unsere persönlichen Erfahrungen und müssen so nicht generell auftreten. Ich hatte also einen Verdacht und wollte es ausprobieren. Der erste Versuch des "Abhaltens" -das Erleichtern des Kindes über einer Toilette, Schüssel, einem Töpfchen oder einer WWW etc. - glückte auch sofort. Als sie sich wieder offensichtlich sehr unwohl in der Trage fühlte, nahm ich sie heraus und hielt sie in einer angehockten Position über unsere Toilette und siehe da, es dauerte keine 5 Sekunden und brauchte auch keiner weiteren "Motivation" und sie erleichterte sich im doppelten Sinne.

Ich begann die Abhalteroutine nach "Standardsituationen" einzuführen, d.h. nach dem Stillen, Schlafen, bei Unruhe nachts und in der Trage. Vor allem nachts funktionierte es zu Beginn ausgesprochen gut und der Einsatz lohnte sich- sie schlief ruhiger und die Stoffwindel konnte deutlich schmaler gefüllt werden (ich bin wirklich kein Fan der monströsen Nachtwindelpakete). Es fiel mir anfangs nachts leichter, einfach Handtücher zu nutzen, da diese deutlich einfacher zu treffen sind, mittlerweile nutze ich das Töpfchen und es gab bisher noch keine gravierenden Malheure. Mit der Zeit ist Madame selbstverständlich immer mobiler geworden und immer weniger begeistert davon, vom Entdecken "abgehalten" zu werden und das An- und Ausgeziehe mag sie überhaupt nicht. Da ich kein konkretes Ziel mit der Windelfrei-Methode verfolge und das nichts mit früher Sauberkeitserziehung zu tun hat, könnte ich natürlich einfach die Windel dran lassen und eben ganz normal aller 2-3h wickeln, wie alle anderen auch. Der Haken ist jedoch, dass sie auch den eingenässten Zustand nicht mag und somit der Wickelzyklus sehr anstrengend ist. 

Unser momentaner Alltag sieht mehr oder weniger so aus, dass es weiterhin sehr gut nach Standardsituationen klappt und ich sie beim Stillen über das Töpfchen halte und direkt nach dem Schlafen und dem Tragen. Nachts ist nun wieder nach einer längeren Flaute die Trefferquote etwas besser und ich halte sie 2-3 mal pro Nacht ab (normalerweise, manchmal auch mehr, wenn mehr getrunken wird). Ich möchte daher nachts nicht auf die Windel als BackUp verzichten, denn das würde für mich persönlich zu einer unruhigeren Nacht führen. Sie trägt also eine Windel, einen Body, Nachthemd und Schlafsack- das ist nicht ungemein praktisch, aber mit Übung auch mit wenig Licht zu händeln. Tagsüber trägt sie Abhaltehosen (siehe Bild unten), die wirklich einfach unschlagbar praktisch sind und noch beim wegkrabbelnd geschlossen werden können. Der Streifen im Schritt besteht aus wasserfestem Material und es kann einfach eine Mullwindel eingeklemmt werden. Splitpants hingegeben sind eine tolle Idee, für mich aber häufig nicht so praktikabel, da ich schon häufiger etwas verpasse und somit ständig an- und ausziehen muss und da sind wir beide uns einig, das wollen wir nicht:-)

 

Unterwegs halte ich grundsätzlich auch ab, sofern das angemessen ist (Kommentar: also ich finde es natürlich vollkommen normal, auch sein Kind auf Toilette gehen zu lassen aber es ist nun mal nicht üblich) und es nicht zu viel Erklärungsbedarf nach sich zieht. Bei Freunden nutze ich nach Abklären die Toilette oder bei Übernachten auch unser Töpfchen für unterwegs. In Restaurants oder Cafés hängt es auch stark davon ab, ob es eine Wickelkommode im Toilettenbereich gibt (und ich somit nicht mit halbnacktem Baby durchs Lokal laufen muss). Ansonsten habe ich häufig das Gefühl, dass es auswärts sogar besser als zu Hause klappt, da Madame abgelenkt ist und soviel Neues zu verarbeiten hat. Wenn ich ihr dann die Möglichkeit biete, nutzt sie diese meistens gerne und hält dann auch wieder länger durch. 

 

Die bisherige Reise hat mich wieder einmal eine Sache gelehrt- Babys sind so kompetent ! Klar, darüber gibt es unzählige Bücher aber wir vergessen es trotzdem und hinterfragen herrschende Glaubenssätze wie -Babys brauchen Windeln- nicht. Genauso schwer wiegt jedoch der Tatbestand, dass die Abhalterei auch Stress für alle Beteiligten sein kann - auch für das Baby. Es stellt sich daher schon die Frage bis zu welchem Punkt handle ich tatsächlich bedürfnisorientiert und ab wann beginne ich, etwas zu erwarten und das Baby als Objekt zu betrachten. Es kann nämlich schon frustrierend sein, wenn ich 3 mal versuche, das Kind abzuhalten (weil ich sicher bin, dass es müsste) und es sich mit Händen und Füßen wehrt, um dann einige Minuten später alles einzunässen. Für mich persönlich ist leider die Backup-freie Methode zu stressig, ich will auch nicht soviel meiner Aufmerksamkeit auf die Ausscheidungen meines Kindes richten. Es kann also tatsächlich, auch für das Kind, entspannter sein, einfach eine WWW zu nehmen und das Kind durchschlafen zu lassen, vor allem, wenn es das gewöhnt ist und sich durch Abhalten immer wieder aus dem Schlafen holen lässt. Ich beobachte daher das Ganze sehr genau und bemerke auch an mir selbst, dass ich zu stressigen Zeiten gereizter reagiere, wenn ich doch mal eine Backup-freie Lösung nutze und der Wäscheberg wieder etwas größer geworden ist...Momentan scheint es Madame wirklich noch als das geringere Übel anzusehen und weigert sich, vor allem bei dem großen Geschäft, in die Windel zu machen.

Abschließend zu diesem Thema noch zwei Beispiele dazu, die auch noch einmal sehr deutlich die wahnsinnige Kompetenz unserer Babys unterstreicht.

Madame will bis heute, auch nach so langer Zeit, nicht bei ihrem Papa abgehalten werden-dieser macht eigentlich alles ganz genauso, er hält sie gleich, nutzt den gleichen Abhalteort und kriegt dazu noch die absoluten "sicheren Treffer" delegiert und trotzdem lacht sie nur verschmitzt und denkt gar nicht daran, sich zu erleichtern. Wenn ich sie dann übernehme, hält sie gerade noch so lange durch, bis der Papa den Raum verlassen hat. Und da spricht noch einer davon, dass Babys ihre Ausscheidungen nicht kontrollieren können (es sei denn natürlich, sie sind so vertieft im Spiel, da kann das schon mal vergessen werden).

Das zweite Beispiel hat mir wieder einmal gezeigt, wie blind ich für die Kooperationsfähigkeit meiner Tochter bin. So sehr ich mir das nämlich auch wünschen würde, ich bin nicht komplett neutral in meiner Reaktion. Ist sie ohne Windel unterwegs und macht kurz nach dem gescheiterten Abhalteversuch in die Hose, ist sicher meine Mimik recht eindeutig und sie muss denken, mmm ohne Windel darf ich wohl nicht... . Hat sie dann zu einem anderen Zeitpunkt (wie nachts) wiederum mehrmals hintereinander in die Windel gemacht oder ich hab das große Geschäft verpasst, wasche ich sicherlich auch nicht immer mit glücklichster Mine die Windel aus.

Zusätzlich sagt ihr der innere Instinkt, in die Hose darf ich auch nicht machen, da beschmutze ich ja mein Nest. Neulich waren wir dann wieder einmal in der Stadt unterwegs und sie war eine ganze Weile wach. Nach einer Weile begann sie dann wie wild zu schreien und steigerte sich immer mehr herein. Ich war nach einer Woche allein mit ihr schon etwas entkräftet und der Überzeugung, dass sie irgendeinen Entwicklungsschub durchmachen müsse und entsprechend schlecht gelaunt ist, wie auch schon die gesamte Woche über und gab ihr mit meiner Haltung zu verstehen, dass ich genervt bin und nicht verstehen kann, was sie von mir will. Zu Hause packte ich sie aus der Trage und stellte fest, dass sie die ganze Zeit über nicht in die Windel gemacht hat und sich wohl offensichtlich wieder dagegen gewehrt hat. Was soll sich also das Baby bei diesen ganzen Erfahrungen denken? Egal wie ich es mache, egal wie ich kooperiere, es scheint wohl nicht richtig zu sein. Dieses Erlebnis hat mir mal wieder gezeigt, wie schwer es manchmal fällt, die Situation aus Sicht des Kindes zu beurteilen und Kooperation zu erkennen. Das Baby handelt 1. natürlich nie bewusst so, um dich zu ärgern und 2. man sollte sich immer auch fragen, was mein, auch unbewusstes, Verhalten dem Kind für Rückmeldungen gibt. 

 

Es heißt also, lieber einmal mehr durchatmen und mögliche Gründe für das Verhalten in Erwägung ziehen, bevor wir vor lauter Stress, Übermüdung oder Alltag die Reaktion als persönlichen Affront betrachten.

 

Noch ein Zusatz...gerade eben hat es mein Mann doch immerhin zum dritten mal bisher geschafft, die kleine Maus abzuhalten, der Vorführeffekt scheinbar:-)

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